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Autonomie und Gesunde Grenzen aus körperpsychotherapeutischer Sicht

18. Sept.
3 Min. Lesezeit
Gesunde Grenzen - Innere Freiheit
Gesunde Grenzen - Innere Freiheit

Autonomie bedeutet, dich selbst als eigenständiges Wesen zu erleben:

  • mit eigenen Bedürfnissen

  • mit eigenen Gefühlen

  • mit eigenen Grenzen

Es ist das innere Erleben von:„Ich bin ich – und ich darf so sein.“

Autonomie zeigt sich nicht in Rückzug oder Abgrenzung um jeden Preis. Sie zeigt sich darin, dass du dich selbst spüren kannst – auch in Beziehung.

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Wie sich Autonomie entwickelt


Autonomie entsteht nicht im Alleingang. Sie wächst aus sicherer Bindung.

Ein Kind braucht zunächst Nähe, Schutz und Co-Regulation. Erst wenn es sich sicher fühlt, beginnt es, die Welt zu erkunden.

Vielleicht kennst du dieses Bild: Ein Kind entfernt sich von der Bezugsperson, spielt, entdeckt –und kommt dann wieder zurück, um „aufzutanken“.

Dieses Pendeln ist zentral:

  • Bindung gibt Sicherheit

  • Autonomie ermöglicht Exploration

Wenn Bezugspersonen feinfühlig reagieren, entsteht eine wichtige Erfahrung:

  • „Ich darf mich entfernen – und bin trotzdem verbunden.“

  • „Ich darf Nein sagen – und werde trotzdem geliebt.“

Wenn diese Erfahrungen fehlen, kann es zu inneren Konflikten kommen:

  • Nähe fühlt sich unsicher an

  • oder Autonomie wird mit Verlust von Beziehung verknüpft


Autonomie und Bindung – ein dynamisches Zusammenspiel


In einem regulierten Nervensystem können wir flexibel wechseln:

  • zwischen Nähe und Distanz

  • zwischen Kontakt und Rückzug

  • zwischen „Wir“ und „Ich“

Wenn dieser Wechsel gestört ist, entstehen oft Muster wie:

  • Überanpassung („Ich verliere mich in Beziehungen“)

  • Rückzug („Ich brauche niemanden“)

Beides sind intelligente Überlebensstrategien.Doch sie schränken Lebendigkeit ein.

Heilung bedeutet hier:wieder Wahlmöglichkeiten zu bekommen.

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Was sind gesunde Grenzen?

Gesunde Grenzen sind kein starres „Nein“.Sie sind ein lebendiger Ausdruck deiner inneren Wahrnehmung.

Sie zeigen sich im Körper als:

  • ein Gefühl von Weite oder Enge

  • ein Impuls, dich zuzuwenden oder zurückzuziehen

  • ein klares „Ja“ oder „Nein“

Gesunde Grenzen bedeuten:

  • du nimmst wahr, was für dich stimmig ist

  • du darfst dich schützen

  • du kannst in Kontakt bleiben, ohne dich zu verlieren

Grenzen sind also nichts Trennendes –sie machen echten Kontakt erst möglich.


Wie Grenzen verletzt werden


Grenzverletzungen passieren oft früh – und oft subtil.

Zum Beispiel:

  • Wenn ein Kind „Nein“ sagt und nicht gehört wird

  • Wenn Gefühle abgewertet oder ignoriert werden

  • Wenn Nähe aufgedrängt wird

  • Wenn ein Kind Verantwortung für die Gefühle der Erwachsenen übernimmt

Das Nervensystem lernt daraus:

  • „Mein Nein zählt nicht“

  • „Ich muss mich anpassen, um verbunden zu bleiben“

  • „Es ist sicherer, nichts zu fühlen“

Später zeigt sich das häufig so:

  • Schwierigkeiten, Nein zu sagen

  • Schuldgefühle bei Abgrenzung

  • Überforderung in Beziehungen

  • oder ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle und Rückzug


Wie du gesunde Grenzen entwickeln kannst


Der Weg zu gesunden Grenzen beginnt nicht im Kopf.Er beginnt im Körper.


1. Wahrnehmen, was in dir passiert

Bevor du Grenzen setzen kannst, brauchst du Zugang zu deinem inneren Erleben.

Frage dich:

  • Fühlt sich das gerade weit oder eng an?

  • Wird mein Atem freier oder flacher?

  • Spüre ich ein Ja oder ein Nein?

Diese Signale sind oft leise.Und sie brauchen Zeit, um wieder spürbar zu werden.


2. Kleine „Neins“ üben

Du musst nicht sofort große Grenzen setzen.

Beginne im Alltag:

  • eine Bitte ablehnen

  • dir Zeit nehmen, bevor du zusagst

  • ehrlich sagen, was du brauchst

Autonomie wächst in kleinen Schritten.


3. Den Körper einbeziehen

Grenzen sind körperlich.

Du kannst das unterstützen, indem du:

  • dich aufrichtest

  • deine Füße bewusst am Boden spürst

  • mit deiner Stimme experimentierst („Nein“ laut aussprechen)

Manchmal hilft es auch, dir vorzustellen, dass du einen Raum um dich herum hast, der dir gehört.


4. Schuldgefühle verstehen

Wenn du beginnst, Grenzen zu setzen, können Schuldgefühle auftauchen.

Das bedeutet nicht, dass du etwas falsch machst.Es bedeutet oft, dass dein Nervensystem etwas Neues lernt.

Bleib in Kontakt mit dir:

  • Atme

  • spüre deinen Körper

  • erinnere dich: Du darfst Grenzen haben


5. Sicherheit im Kontakt erleben

Heilung geschieht oft in Beziehung.

Wenn du erlebst, dass jemand dein Nein respektiert, kann sich etwas tief in dir entspannen.

Deshalb ist es so wertvoll, dich mit Menschen zu umgeben, die:

  • dich hören

  • dich ernst nehmen

deine Grenzen achten




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Mag.a Corina Handler-Thonhauser

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Termine auf Anfrage:

corina.handler-thonhauser@gmx.at

Tel.: 0677 610 812 69
 

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4655 Vorchdorf, Tachlau 1

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